Archiv für Oktober 2008

Kundgebung in Schöneiche nach Mahnmalschändung

Nach der nunmehr dritten Schändung des Mahnmals für die ermordeten Schöneicher Juden versammelten sich am Donnerstagabend trotz des schlechten Wetters mindestens 100 Menschen um diese Tat nicht unbeantwortet zu lassen. Trotz einer Mobilisierungszeit von nur einem Tag waren es erstaunlich viele Menschen jeden Alters aus Schöneiche, aber auch aus anderen Orten, die an der Kundgebung teilnahmen. Es wurden zwei kurze Ansprachen gehalten und dutzende von Kerzen vor dem Mahnmal entzündet. Viele Menschen drückten am Rande der Kundgebung dem Schöneicher Bürgermeister Jüttner ihre Solidarität aus, nachdem dieser zwei Tage zuvor bedroht wurde (wir berichteten). (mehr…)

Nazi-Terror in Schöneiche reisst nicht ab: Jüdisches Mahnmal geschändet

Nachdem in der vorletzten Nacht der Bürgermeister Schöneiches bedroht wurde, ist nun das Mahnmal für die ermordeten jüdischen Schöneicher geschändet worden. Die Täter rissen den Davidsstern und die Buchstaben heraus. Dies ist bereits die dritte Schändung des Mahnmals, nachdem es vergangenes Jahr mit Hakenkreuzen und anderen rechten Symbolen beschmiert wurde.

Der Kommunalwahlkampf in Brandenburg ist gerade einen Monat vorbei und die NPD hatte deutliche Stimmenzuwächse zu verzeichnen. Nun hält sie es offenbar nicht mehr für nötig, aus wahltaktischen Gründen stillzuhalten und ihr wahres Gesicht zu verbergen.

Das Schöneicher Bündnis für Demokratie und Toleranz ruft am Donnerstag den 30. Oktober um 18 Uhr zu einer Mahnwache am jüdischen Denkmal im Schlosspark auf.

Es ist nicht hinnehmbar, dass fast genau 70 Jahren nach der Reichspogromnacht jüdische Feste gestört und Denkmäler geschändet werden. Wir rufen alle Antifaschist_Innen und Demokrat_Innen auf, sich zu beteiligen und ein Zeichen gegen Antisemitismus und Nazis zu setzen.

Meldungen in der Welt , Tagesspiegel

Bürgermeister von Schöneiche bedroht

Wie die Märkische Oderzeitung (MOZ) meldete, wurde Schöneiches Bürgermeister Heinrich Jüttner am späten Montagabend offenbar bedroht. Jüttner teilte der Polizei gegen 23.45 Uhr mit, dass drei unbekannte Personen an seiner Tür klingelten und riefen: „Da ist ja der Volksfeind“ und „Dir werden wir es zeigen“.

Jetzt ermittelt der Staatsschutz, der nicht ausschließt, dass die Straftat im Zusammenhang steht mit dem jüdischen Laubhüttenfest, das am 19. Oktober in der Kulturgießerei Schöneiche gefeiert wurde. In einem Interview gegenüber dem rbb am selben Tag hatte Jüttner noch gemeint, er fühle sich durch die NPD nicht bedroht, obwohl aus deren Umfeld schon mehrfach Drohungen gegen ihn ausgestoßen worden seien.

Wieder Störung eines jüdischen Festes durch die NPD

Die NPD-Ortsgruppe Schöneiche hat wieder einmal bewiesen, das ihr Hauptantrieb scheinbar aus einem pathologischer Antisemitismus und einem Hang zur Selbstinszenierung als Opfer einer halluzinierten „Meinungsdiktatur“ besteht. Ein Großteil ihrer öffentlichen Auftritte in der Region ist derartig motivitiert und auch in ihren Texten, ob zur Außen-, Innen- oder Lokalpolitik, spielt dieses Thema für sie eine wichtige Rolle.
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