NPD-Anhänger bedrohen Schöneiches Bürgermeister

Am Sonntag, dem letzten Tag des Heimatfestes in Schöneiche, ging es noch einmal heiß her. Nachdem am Samstag ein Stand der NPD für Unmut sorgte, wurde am nächsten Tag der Bürgermeister Heinrich Jüttner von zwei Personen aus dem NPD-Umfeld bedrängt. Jüttner erstattete Anzeige wegen Nötigung und Beleidigung.

Sonntag Nachmittag fand das Pokalfinale des Fußball-Landesverbandes Brandenburg zwischen Germania Schöneiche und dem SV Babelsberg 03 statt. Im Vorfeld des Spieles gab es in der Gemeinde Streit um den Ort und die Zeit des Spiels. Bürgermeister Jüttner hatte Bedenken, dass „randalierende Fans das Heimatfest stören könnten“, und wollte das Spiel auf 17 Uhr bzw. gleich nach Luckenwalde verlegen. Wo man die randalierenden Fans vermutete, wurde beim Betreten des Sportplatzes schnell klar: Die Seite der Babelsberg-Fans war mit Bauzäunen eingegrenzt, die der Germania-Anhänger nicht. Auf Schöneicher Seite befanden sich mehrere Nazi-Hooligans aus dem Umfeld des BFC Dynamo und auch mehrere Ordner bei dem Spiel entstammten aus dieser Szene.

Eine Gruppe um den NPD-Ortsvorsitzenden Florian Stein in einheitlichen blau-weißen Germania-T-Shirts wohnte dem Spiel bei und erlebte die 0:1 Niederlage ihres Favoriten. Stein, Kevin Bischoff und zwei weitere Männer zogen danach weiter zum Heimatfest an der Dorfaue, um dort weiter zu trinken. Somit kann keine Rede davon sein, die NPD-ler hätten sich mit „einheitlichen T-Shirts vom Pokalendspiel von Germania Schöneiche sozusagen getarnt“, wie die MOZ am 16. Juni schrieb.

Aus dieser, zu diesem Zeitpunkt bereits stark alkoholisierten, Gruppe heraus wurde der Bürgermeister von einer Person angepöbelt. Laut einem Artikel der MOZ beleidigte der Mann Jüttner, nachdem dieser ihn gebeten hatte wegzugehen. Kurz darauf kamen zwei Männer aus der gleichen fünfköpfigen Gruppe (vier Männer und eine Frau) und redeten „heftig und aggressiv“ auf ihn ein. Jüttner fühlte sich bedroht und suchte Schutz bei einem Wachmann, was die beiden nicht hinderte weiterhin bedrohlich auf ihn einzureden. Die Polizei beendete das Treiben und nahm drei der Männer mit zur Wache.

Ganz so idyllisch wie von der MOZ geschildert verlief das Heimatfest in Schöneiche dann nicht. Stark alkoholisierten und streitsuchenden Personen sollte eigentlich der Zutritt verwehrt bleiben. Doch bereits am Samstag konnte ein gutes Dutzend Nazis des „Frontbann 24″ aus Berlin unbehelligt über das Fest streifen und am Sonntag eine volltrunkene Gruppe den Bürgermeister anpöbeln.

Ergänzung:

Im Fanforum des SV Babelsberg 03 gibt es einen interessanten Kommentar zum Spiel in Schöneiche, der Security und Andreas Kavalir.

Auf der Seite Oireszene wird über Andreas Kavalirs Vergangenheit als antirassistischer Sharp-Skin berichtet