Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals bedroht

Wir möchten an dieser Stelle eine Mail des Freundeskreis“Ernst-Thälmann-Gedenkstätte“ veröffentlichen und sein Anliegen zur Erhaltung der Gedenkstätte unterstützen. Wenn wir auch für die Person Ernst Thälmann und seine stalinistische Politik nicht viel übrig haben, halten wir es dennoch für essenziell gegen die Gedenkstättenpolitik in Brandenburg im allgemeinen und diesen Fall der Zerstörung einer antifaschistischen Gedenkstätte im besonderen zu protestieren.

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genossinnen und Genossen,

die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte wurde geschändet und laut den Informationen, die uns vom Vorstand des Freundeskreises vorliegen, werden in Ziegenhals konkrete Massnahmen zur Abrissvorbereitung getroffen. Es weist alles darauf hin, daß der derzeitige Eigentümer der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte, der Ministerialbeamte Gerd Gröger, Chef der Oberen Bauaufsicht in Brandenburg, die bedeutende Ernst-Thälmann-Gedenkstätte abreissen lassen will!

Folgende Fakten sind uns bekannt:

„Charlotte“entführt! Das unter Denkmalschutz stehende Boot“Charlotte“ ist verschwunden! Es wurde vom Areal der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte entfernt. Am vergangenen Montag-Abend war es bereits nicht mehr unter dem überdachten Stellplatz.

Inventar verschenkt! Ohne mit dem Freundeskreis zu beraten oder ihn und die Öffentlichkeit zu konsultieren, geschweige denn umfassend zu informieren, hat die Stadt KönigsWusterhausen scheinbar mit Gerd Gröger vertraglich vereinbart, dass das denkmalgeschützte Inventar der Gedenkstätte an die Stadt KW geschenkt und von ihr eingelagert wird. Obwohl das Inventar nicht Gegenstand des Kaufvertrags zwischen Treuhand und Gerd Gröger war, er also nachweislich nicht Eigentümer des Inventars ist (vgl. auch die Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Berichtsanforderung der MdB Gesine Lötzsch (Die Linke)) und außerdem wir als Freundeskreis bekanntlich Eigentumsansprüche an das Inventar stellen, wurde dieser Akt der Abrissvorbereitung vollzogen! Wir wissen, dass der derzeitige Eigentümer legal abreissen darf, wenn (laut Auflagen des Landrats Dahme Spree) die denkmalgeschützten Teile der Gedenkstätte ausreichend dokumentiert und eingelagert werden. Es deutet darauf hin, dass ausgerechnet die Einlagerung nun von der Stadt Königs Wusterhausen übernommen wird, damit der Ministerialbeamte freie Hand für den Abriss hat. Der Heimatverein Niederlehme und seine Räumlichkeiten sollen hier für die Einlagerung herhalten.

Gedenkstätte ausgeräumt! Uns wurde mitgeteilt, dass die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte bereits ausgeräumt sei. Bis auf Stühle und Mobiliar des Freundeskreises scheinen alle Gegenstände der Ausstellung und alles, was der Freundeskreis geschenkt bekommen oder käuflich erworben hat, aus derGedenkstätte entfernt zu sein!

Soweit die ersten Informationen, die wir hiermit an alle bekannt geben wollen. Die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte befindet sich in größter Gefahr!

Wir werden um dieErnst-Thälmann-Gedenkstätte kämpfen!

Unser Ziel: Kein Abriss! Keine Verlagerung!

Für den Erhalt und die Wiedereröffnung der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte am authentischen Ort!!

Lasst uns gemeinsam kämpfen!

mit solidarischen Grüßen
Max Renkl

Kontakt:

Freundeskreis“Ernst-Thälmann-Gedenkstätte“ e.V., Ziegenhals
Fürstenwalder Weg 11
15711 Königs-Wusterhausen
Email: vorstand@etg-ziegenhals.de
Internet: http://www.etg-ziegenhals.de