Erneute Schändung des Gedenksteins in Schöneiche

Das Denkmal für die ermordeten Juden Schöneiches ist vergangene Woche erneut geschändet worden. Unbekannte Täter entfernten den Davidstern irgendwann zwischen dem 9. und 13. November. Die Polizei versucht nun herauszufinden, ob es sich um einen antisemitisch motivierten Anschlag oder um einen Angriff aus reiner Zerstörungswut handelt. Diese Frage dürfte sich leicht beantworten lassen, da die Täter (die getrost im lokalen Neonazi-Milieu gesucht werden dürfen) nur den Davidstern beschädigten. Auch lässt sich der Stern wohl kaum mit bloßen Händen entfernen, was bedeutet, dass die Täter Werkzeug mitgebracht haben müssen, was gegen eine spontane Randale spricht. Noch dazu geschah die Tat nur kurz nach der alljährlichen Gedenkveranstaltung für die verschleppten und ermordeten Schöneicher Juden am 9. November.

Bereits 2005 wurde der Stern das erste Mal entfernt. Außerdem wurde das Denkmal schon mit Hakenkreuzen beschmiert und die niedergelegten Kränze zerstört. Die letzte Schändung geschah Ende Oktober 2008, als der Davidstern und mehrere Buchstaben durch Franz Radtke und den Bruder Florian Steins, Daniel, herausgebrochen wurden.

Zuletzt waren am 24. Oktober in Erkner „antizionistische Schmähungen“ (O-Ton Polizei) an einem Denkmal entdeckt worden. Was darunter zu verstehen ist, wird klar, wenn man die in der Region zahlreicher werdenden Nazi-Graffiti betrachtet. Denn die, meist aus dem Spektrum der Autonomen Nationalisten stammenden, Täter sprühen bevorzugt Sprüche wie „Fuck Israel“. Sie unterstreichen damit, dass sie nicht nur Juden, sondern auch den Staat der Juden hassen. Außerdem ist „Israelkritik“ en vogue und wird von breiten Bevölkerungsschichten geteilt. So hielten in einer Umfrage knapp 65 Prozent der Deutschen Israel für die größte Gefahr für den Weltfrieden – gleichauf mit Nordkorea und noch vor dem Iran, der Israel mit (atomarer) Vernichtung droht.

Quellen: MOZ // Polizei