Archiv der Kategorie 'Gedenken'

Kundgebung in Schöneiche nach Mahnmalschändung

Nach der nunmehr dritten Schändung des Mahnmals für die ermordeten Schöneicher Juden versammelten sich am Donnerstagabend trotz des schlechten Wetters mindestens 100 Menschen um diese Tat nicht unbeantwortet zu lassen. Trotz einer Mobilisierungszeit von nur einem Tag waren es erstaunlich viele Menschen jeden Alters aus Schöneiche, aber auch aus anderen Orten, die an der Kundgebung teilnahmen. Es wurden zwei kurze Ansprachen gehalten und dutzende von Kerzen vor dem Mahnmal entzündet. Viele Menschen drückten am Rande der Kundgebung dem Schöneicher Bürgermeister Jüttner ihre Solidarität aus, nachdem dieser zwei Tage zuvor bedroht wurde (wir berichteten). (mehr…)

Antifaschist Walter Sack gestorben

Wir trauern um den Antifaschisten Walter Sack, dessen langes Leben am 29.04.2008 endete. Walter Sack ist am 26.12.1915 geboren und kam aus einer jüdischen Familie. Er schloss sich schon früh der sozialdemokratischen Jugend an. Später war er dann im kommunistischen Widerstand gegen den Faschismus tätig. Organisiert war zu dem Zeitpunkt in der Herbert-Baum-Gruppe. Er überlebte die Zeit des Nationalsozialismus im Exil in Schweden.
Nach dem Ende des Nationalsozialismus war Sack weiterhin im Kampf für Sozialismus und gegen Faschismus politisch aktiv, so war er zwischen 1961 und 1974 zweimal Bezirksbürgermeister von Berlin-Treptow und aktiv im Bund der Antifaschisten – Treptow e.V. (BdA).

Die Trauerfeier findet am Sonnabend, dem 17. Mai 2008, um 11 Uhr in der Trauerhalle des Krematoriums Berlin-Baumschulenweg, Kiefholzstraße 221 statt.

Ein Portrait über Walter Sack und den jüdischen Widerstand in Berlin: »Wir hatten noch geglaubt, so schlimm würde es nicht werden«

Tag der Befreiung in Schöneiche und Erkner

Am 8. Mai fanden in der Region mehrere Gedenkveranstaltungen anläßlich des Jahrestags der Befreiung der Welt vom Nationalsozialismus statt.
Bei der Kranzniederlegung in Schöneiche, die von der Gemeinde organisiert wurde, nahmen zwischen 50 und 60 Personen teil. Schweigend legten der Bürgermeister, die Fraktion der Linken und viele andere Menschen Kränze und Blumen am Denkmal auf dem Platz des 8. Mai nieder.

In Erkner organisierte die Linkspartei eine Kranzniederlegung am Denkmal für die gefallenen sowjetischen Soldaten an der ungefähr 20 Personen teilnahmen. Es wurde eine Rede gehalten, in der den Befreiern gedankt und auf die Aktualität des Kampfes gegen Nazis verwiesen wurde.
Der Bürgermeister bzw. die Stadt Erkner hielten es nicht für nötig an der Veranstaltung teilzunehmen oder wenigstens einen Kranz niederzulegen.

Gedenken an Auschwitzbefreiung

Zu einer Gedenkveranstaltung am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar kamen ca. 60 Personen in Schöneiche zusammen.
Die Teilnehmer gedachten der Opfer und legten am Ehrenmal für die Widerstandskämpfer und am Denkmal für die ermordeten Juden Schöneiches Blumen nieder.
Beide Denkmäler befinden sich im Schlosspark in Sichtweite voneinander.
Kurz vor Beginn des Gedenkens teilte der Bürgermeister den Teilnehmenden mit, dass in der Nacht von Freitag zu Samstag das Mahnmal für die ermordeten Juden mit nazistischen Sprüchen und Hakenkreuzen beschmiert wurde. Die Täter stammen vermutlich aus dem Umfeld des NPD-Ortsvereins. Bereits im Dezember 2005 war der Davidstern aus dem Denkmal mit massiver Gewalt herausgebrochen worden.
Die Feuerwehr hatte die Sprüche bereits am Samstag restlos entfernt.
Wahrscheinlich aufgrund dieses Vorfalls war die Polizei in Schöneiche massiv präsent.
Es kam aber zu keinen weiteren Störungen.