Tag-Archiv für 'erkner'

Nazischmierereien am Bahnhof Erkner

Unbekannte haben in der Nacht zu Samstag, dem 5. Mai auf ungefähr 20 Meter Länge NS-Parolen an die Wand des Bahnhofs in Erkner geschmiert. Auf den davor gelegenen Parkplatz eines Discounters wurde außerdem ein Hakenkreuz mit einem Durchmesser von etwa zwei Meter gesprüht. Die Schmierereien wurden inzwischen entfernt bzw. übermalt. An der selben Stelle wurden bereits mehrfach zuvor Nazi-Parolen gesprüht, die zum Teil immer noch sichtbar sind.
Die Verursacher sind sehr wahrscheinlich in den Reihen der sogenannten „Autonomen Nationalisten“ zu suchen, konkret den „Nationalen Sozialisten Oder-Spree“. Ihnen fühlen sich einige Jugendliche aus der Region, die einst dem Umfeld der NPD-Schöneiche zuzurechnen waren, zugehörig.

MOZ / Berliner Zeitung

Rechte Propaganda an Ostern in LOS

Mehrfach am Osterwochenende haben Rechtsextreme Täter in Erkner und weiteren Orten im Landkreis Oder-Spree Propagandastraftaten begangen.

Am Karfreitag löste die Polizei eine Feier in einer Wohnung im Heuweg in Steinhöfel auf, nachdem dort Nazi-Parolen gebrüllt und rechte Hassmusik abgespielt wurden. Die Feier wurde beendet, die Musikanlage beschlagnahmt und drei Personen (darunter die Wohnungsinhaberin) in Gewahrsam genommen.

Polizeimeldung

In Erkner wurden am Ostermontag zwei junge Männer, 20 und 21 Jahre alt, von der Polizei festgestellt, wie sie nationalsozialistische Lieder sangen und den Hitlergruß zeigten. Sie erhielten Anzeigen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und mussten einen MP3-Player abgeben.

Polizeimeldung

Irgendwann am Osterwochenende wurden in Rauen an zwei Stellen rechte Parolen gesprüht, die die Bombardierung Dresdens thematisieren.

Polizeimeldung

Auch in Strausberg (Landkreis Märkisch-Oderland) wurden in der Nacht zu Ostersamstag an 16 Stellen im Bereich der Großen Straße NS-Parolen gesprüht.

Polizeimeldung

Meldung der MOZ

Schultour in Erkner nach antisemitischen Beschimpfungen abgebrochen

Nachdem am Donnerstag in Werder (Havel) Mitarbeiter des Jüdischen Museums Berlin von Schülern antisemitisch beleidigt wurden, ist das Gleiche am Freitag an der Johannes-R.-Becher-Oberschule in Erkner passiert.
Eigentlich sollte an diesem Tag in der Turnhalle eine Ausstellung aufgebaut und Workshops mit den Schülern veranstaltet werden. Jedoch wurde die Mitarbeiter des Museums von zwei Schülern der 8. Klasse mit den Worten „kein Bock auf Juden-Gebrabbel“ beschimpft, woraufhin das Team unverzüglich abreiste und den geplanten Projekttag absagte.
Über 250 Schulen haben die Mitarbeiter des Museums mit ihrem Tourbus bereits besucht. Die beiden Vorfällen haben allerdings dazu geführt, das die Brandenburg-Tour vorzeitig beendet wurde.
Dagmar Wunderlich, Ansprechpartnerin des Projektes, sagte, die Vorfälle in Erkner seien nicht so schlimm wie die in Werder, aber die Stimmung sei „sehr ablehnend“ gewesen. Trotzdem soll die Schultour weitergehen.
In der Kommentarspalte der MOZ wimmelt es bereits von hämischen, antisemitischen Sprüchen, wie z.B. User „P.Sanderge“, der meint die Schüler hätten eben „keine Lust den ständigen Schuld-Kult zu bedienen“.

Quellen: MOZ // rbb

Ergänzung Mai 2012: Ein interessanter Blogeintrag bei „Berlin Street“ über den Vorfall, die Johannes-R.-Becher-Schule an sich und über Vorfälle mit Nazis in den 90ern

Urteile im Prozess gegen „Widerstands-Radio“ gesprochen

Im Prozess gegen 18 Angeklagte wegen Volksverhetzung ist in Koblenz das Urteil gesprochen worden: Neun Männer erhielten mehrjährige Haftstrafen, die andere Hälfte kam auf Bewährung frei. Zu letzteren gehörte auch der Angeklagte aus Erkner.

Die Angeklagten hatte ein Nazi-Internetradio betrieben und insgesamt 154 Lieder mit strafbarem Inhalt abgespielt. Alle Angeklagten waren geständig. Das Gericht zog diverse Besitztümer der Verurteilten, wie Laptops, Computer, verschiedene Waffen und andere Gegenstände ein. Die höchste Strafe lag bei drei Jahren und drei Monaten.

Mehr bei NPD-Blog

Mal wieder Andreas Kavalir

An dieser Stelle möchte wir auf einen Blogbeitrag und eine Polizeimeldung zu Andreas Kavalir aufmerksam machen. Offenbar finden nicht alle Gefallen an Kavalirs regelmäßigen Agitationsversuchen:

Aus mehreren Schulen der Stadt erhielt die Polizei am Morgen des 27.01.11 die Mitteilung, dass ein Mann CDs, mit vermutlich rechtsextremen Inhalten, an Schüler verteilt hatte. (…)
Bei ihren Ermittlungen fanden die Beamten heraus, dass es sich bei dem Verteiler der CDs wahrscheinlich um einen Mann aus Woltersdorf handelt, der eine rechtsradikale Partei in der Gemeindevertretung von Woltersdorf vertritt und wegen ähnlicher Delikte bekannt ist.

Neues vom „Widerstands-Radio“

In dem Verfahren gegen die mutmaßlichen Betreiber eines neonazistischen Internetradios gibt es neue Entwicklungen. In einem Beitrag von „Report München“ in der ARD heisst es, dass gegen 21 Betreiber des „Widerstands-Radio“ ein Verfahren wegen Volksverhetzung und Bildung einer kriminellen Vereinigung eröffnet wurde. Noch immer sitzen 17 von ihnen in Untersuchungshaft. Sie hatten in mehreren Beiträgen im Internet gegen Juden und Ausländer gehetzt und zu schweren Straftaten bis hin zum Mord aufgerufen.
Wie wir in einem früheren Beitrag berichteten, gehört zum Kreis der Beschuldigten auch ein 33-jähriger Mann aus Erkner. In dem Beitrag sind bisher unveröffentlichte Bilder einer Person zu sehen, bewaffnet mit Maschinenpistolen und Revolver. Obwohl das Gesicht in dem Fernsehbeitrag unkenntlich gemacht wurde, ist es für regionale Antifas klar, dass es sich bei der abgebildeten Person um den erwähnten Mann aus Erkner handelt.

Screenshots der Sendung:

Der selbe Mann am 10. Oktober 2009 in Berlin bei einer Nazidemo, rechts von Robert Gebhardt (karierte Mütze, ex-KMOB)

Mehr Infos:
Bericht bei NPD-BLOG
Beitrag von Report München

Festnahmen wegen Nazi-Radio in LOS

Am Morgen des 03. November durchsuchten rund 270 Beamte in zehn Bundesländern 22 Wohnungen bzw. Häuser von 23 Beschuldigten, die im Verdacht stehen, das extrem rechte Internet-Radio „Widerstand-Radio“ zu betreiben. Das BKA bezeichnete die Männer und Frauen zwischen 20 und 37 Jahren als verdächtig „sich als Administratoren und Moderatoren sowohl durch Kommentare als auch durch das Abspielen von Musiktiteln deutscher und internationaler Skinhead-Bands mit menschen-verachtenden, rassistischen und zum Teil nationalsozialistischen Inhalten strafbar gemacht zu haben“.
Dabei wurden auch zwei Männer aus dem Landkreis Oder-Spree (LOS) in Untersuchungshaft genommen. Es handelt sich dabei um einen 33-jährigen aus Erkner und einen 26-jährigen aus Fürstenwalde. Der 33-jährige ist lokalen Antifaschist_Innen zufolge schon länger mit vielen Mitgliedern der NPD-Schöneiche und anderen Gruppen bekannt, auch seine Einbindung in überregionale Nazi-Musiknetzwerke wurde bereits vermutet. Er stellt ein klassisches Beispiel für die braune Musikszene, die sich nicht auf Demonstrationen des „Nationalen Widerstands“ blicken lässt, sondern ihre Aktivitäten auf die Organisation und den Besuch von rechten Musik-Events sowie auf das Engagement in Internetplattformen konzentriert, dar.

Kurzmeldungen vom Wochenende

Die Frauenorganisation der NPD, „Ring Nationaler Frauen“ (RNF), fand sich am vergangenen Wochenende in Sachsen-Anhalt zu
seinem Bundeskongreß zusammen, wo unter anderem der neue Bundesvorstand gewählt wurde. Nach einem Jahr im Vorstand ist Antje Kottusch aus Woltersdorf nun nicht mehr dabei.

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Unbekannte „verzierten“ am Wochenende die Umgebung des Bahnhofs Erkner mit Dutzenden NPD-Aufklebern und mit Parolen wie „Nationaler Sozialismus jetzt“ und „Merkel töten“, die mit Kreide aufgetragen waren. Die Täter kann mensch ruhigen Gewissens den Strukturen der NPD in der Region zurechnen.

Rechte Musik und Parolen in Woltersdorf

Am Morgen des Pfingstmontags wurden in Woltersdorf sechs betrunkene Männer festgenommen, die lautstark rechte Musik abgespielt und „Sieg Heil“ gerufen hatten. Gegen 9 Uhr morgens riefen Anwohner die Polizei, weil in einem Anglerheim in der Rüdersdorfer Strasse rechte Musik und Parolen zu hören waren. Die Beamten fanden sechs Männer zwischen 35 und 42 Jahren aus Berlin, Erkner und Woltersdorf und mehrere CDs sowie Datenträger mit indizierter rechter Musik. Gegen die Männer wird nun wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt. Am Vorabend hatte in der Lokalität eine Feier stattgefunden – ohne besondere Vorkommnisse, wie die Polizei mitteilte.

Quelle: MOZ

Erkneraner Heimatfest landet in den bundesweiten Medien

Das Heimatfest in Erkner ist dieses Jahr zum Schauplatz mehrerer rechter Gewalttaten geworden. Seit vielen Jahren sind Heimatfeste nun schon no-go-areas für Migrant_innen und alternative Jugendlichen und auch Erkner bleibt davon nicht verschont. In den letzten Jahren kam es dort nicht zu nennenswerten Vorkommnissen, was sich dieses Jahr allerdings änderte.

In der Nacht vom Freitag dem 18.09.09 zum Samstag ist laut Polizei ein 51 jähriger Kubaner erst beleidigt und nachdem er sich gegen die Beleidigung verwehrt hatte von drei Personen bewusstlos geschlagen und beraubt worden. In der Polizeimeldung ist noch nicht von einer fremdenfeindlichen Motivation die Rede, allerdings ermittelt laut selbiger der Staatsschutz, was darauf hinweist, dass von einem politischen Motiv ausgegangen wird. Laut Polizei gab es mittlerweile erste Erfolge bei den Ermittlungen.

In einer weiteren Mitteilung, die sich auf die folgende Nacht des Heimatfestes bezieht, wird von einer Auseinandersetzung zwischen einer 15- bis 20köpfige Gruppe von teilweise einschlägig bekannten extremen Rechten und einer gleichstarken Gruppe Hooligans berichtet, welche für einen Nazi aus Rüdersdorf im Krankenhaus und fünf aus Berlin, Erkner und Fürstenwalde in polizeilichem Gewahrsam bzw. mit der Festnahme endete. Der 29-jährige Berliner, der momentan inhaftiert ist und sich an diesem Wochenende auf Freigang befand, machte bei seiner Festnahme auch noch volksverhetzende Beleidigungen gegenüber den Beamten.

Schon wenige Stunden zuvor kam es zu einer ähnlichen Straftat als ein einschlägig bekannter 23-jähriger Mann aus Seesen bei einer polizeilichen Personenkontrolle eine Hitlergruß zeigte. Die Überbleibsel dieses Heimatfestes sind auch Tage später noch durch gesprühte rechte Parolen wie „wählt NPD“ im Stadtbild zu erkennen. Beim Heimatfest in Erkner ist seit mehreren Jahren Bereitschaftspolizei zugegen, was unter anderem auf die starke Präsenz einheimischer und angereister Nazis zurückzuführen ist.

Polizeiberichte: [1] [2] [3]

Presse: MAZ Abendblatt